Wirtschaftsraum

Lateinamerika und die Karibik - zwei Regionen und ein Kontinent mit 650 Mio. Einwohnern. Die Tradition der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Deutschland reicht mehr als 100 Jahre zurück und ist geprägt von gegenseitigem Vertrauen und hoher Wertschätzung.

Für viele deutsche Unternehmen ist die Region nicht nur ein wichtiger Absatzmarkt, sondern auch bedeutender Standort für Produktion und Entwicklung. Dies gilt sowohl für die ganz großen unter den deutschen Unternehmen als auch für sehr viele mittelständische Betriebe aus den verschiedensten Branchen.

Argentinien, Brasilien und Mexiko sind Mitglieder der G20. Mit Ihnen unterhält Deutschland besonders enge Wirtschafts- und Handelsbeziehungen.

Die geographische und politische Nähe zu den USA, die hervorragende geo-strategische Lage durch den Panamakanal sowie die weitgehend stabile wirtschaftspolitische Entwicklung der meisten Länder der Region führen dazu, dass der Kontinent zunehmend im Fokus für die bilaterale wirtschaftliche Zusammenarbeit steht.

Lateinamerikas Wirtschaft


Das jährliche Bruttoinlandsprodukt (BIP) Lateinamerikas hat sich in den letzten dreißig Jahren mehr als verdoppelt und betrug kurz vor der Coronapandemie im Jahr 2019 noch rund 5,8 Mrd. Dollar (Quelle: CEPAL). Einen erheblichen Anteil des wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich diversen Wirtschaftsraumes machen die drei G20-Länder Mexiko, Brasilien und Argentinien aus.

Ausländische Direktinvestitionen unterliegen starken Schwankungen, haben sich seit den 90er Jahren aber deutlich gesteigert. Der jährliche Zufluss betrug 2019 noch 113 Mio. Dollar (Quelle: CEPAL). Etwa 10 % des weltweiten Bestandes an ausländischen Direktinvestitionen entfällt auf Lateinamerika (Quelle: ECLAC). In den kommenden Jahren werden insbesondere neue Direktinvestitionen im Energiesektor erwartet. 

 

Wirtschaftssektoren


Serviceleistungen weisen mit etwa 68 % mittlerweile den prozentual größten Anteil am lateinamerikanischen BIP auf, gefolgt von Industrie (28 %) und Landwirtschaft (6 %; Quelle: Weltbank). 

Durch den vergleichsweise hohen Anteil der Landwirtschaft wird Lateinamerika auch als „globale Speisekammer“ bezeichnet. Der Sicherung und Förderung dieses Sektors wird ein hoher Stellenwert eingeräumt (Quelle: GTAI).

Zusätzlich entwickelt sich die Start-Up Szene in Lateinamerika. Gründerinnen & Gründer versuchen sich im Finanz- und Transportbereich sowie im Tourismus oder dem E-Commerce zu etablieren (Quelle: Statista).

 

Bilaterale Handelsbeziehungen


 

Import1           

Export1          

Handelsvolumen1

Argentinien 1,0 2,25 3,25
Brasilien 7,56 10,49 18,05
Chile 1,89 2,72 3,83
Kolumbien 0,73 1,62 2,70
Mexiko 7,73 13,20 20,92

Summe

18,91

29,84 48,75

 

4,04 5,84 9,88

Lateinamerika Gesamt  

22,95

35,68

58,63

      12021 in Mrd. € (Quelle: DIHK)

Die größten Handelspartner Deutschlands in Lateinamerika sind Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien und Mexiko. Mit diesen Ländern wird über 80% des Handelsvolumen erreicht.

Energie und Digitalisierung


In Bezug auf nachhaltiges Wirtschaften gibt es in Lateinamerika starke Anreize, da einige Staaten besonders vulnerabel für die Folgen des Klimawandels sind. Beispielsweise streben Chile und Costa Rica an, bis 2050 kohlenstoffneutral zu werden. Bereits jetzt wird dort ein erheblicher Anteil der Energie aus Erneuerbaren gewonnen (Quelle: energiezukunft). Zudem gehören Brasilien, Chile und Mexiko zu den weltweit führenden Märkten für Exporteure von erneuerbaren Energien und energieeffizienter Technologie (Quelle: ENGIE Impact).

Im Schnitt nutzen 60 % - 70 % der Bevölkerung Lateinamerikas täglich das Internet. Insbesondere die fortschreitende Digitalisierung der lateinamerikanischen Landwirtschaft wird durch staatliche Mittel gefördert.