Regionalübersicht

Lateinamerika lässt sich in drei große Regionen einteilen: die Karibik, Mittelamerika (inklusive Mexiko) und Südamerika. Je nach Region lassen sich unterschiedliche strukturelle Merkmale der dortigen Volkswirtschaften erkennen. 

Karibik


Zur Karibik zählen verschiedene Inselstaaten wie die Bahamas, Dominica oder Haiti, sowie die Festlandstaaten Belize, Guyana und Suriname. Insgesamt leben dort knapp 30 Millionen Menschen.

Mit dem CARIFORUM-EU Economic Partnership Agreement haben 15 karibische Staaten ein Handelsabkommen mit der EU unterzeichnet, welches zur Förderung der Handelsbeziehungen dient. Während von dort hauptsächlich Öl, Gas, exotische Lebensmittel und Rohstoffe importiert werden, exportiert Deutschland Transportmittel wie Boote und Autos sowie die dazugehörigen Ersatzteile und Technologien (Quelle: EU Kommission).

Zwischen den karibischen Staaten und Deutschland beträgt das Handelsvolumen jährlich ca. 960 Millionen Euro, wobei die Handelsbilanz aus deutscher Sicht positiv ist (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Mittelamerika


Mittelamerika umfasst die Länder der Landbrücke zwischen dem Westen Kolumbiens und dem Süd-Osten Mexikos. Mexiko selbst nimmt eine gesonderte Rolle in Lateinamerika ein, da es gemeinsam mit Brasilien die stärkste Wirtschaftskraft besitzt. In Mittelamerika leben in etwa 170 Millionen Menschen.

Die Wirtschaft Mittelamerikas ist geprägt von der Landwirtschaft. Neben Mais und Soja werden unter anderem Kaffe, Bananen und weitere Früchte geerntet.

Die sechs größten Staaten exportierten in 2021 Waren im Wert von insgesamt 1,63 Milliarden Euro nach Deutschland (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Südamerika


Südamerika umfasst alle Länder des amerikanischen Doppelkontinents südlich von Panama. Rund 450 Millionen Menschen leben dort (Quelle: Worldometers).

An der Westküste liegt mit den Anden die längste überseeische Gebirgskette der Erde. Das Hochgebirge zieht sich entlang des Pazifiks über 7.500 km von Venezuela bis zur Südspitze Patagoniens. In den Andenregionen werden vor allem Bunt- und Edelmetallerze gefördert.

Im etwas niedrigeren Bergland werden große Aufkommen von Eisenerz, Mangan und Bauxit gefördert. Auch bei zahlreichen Agrarprodukten wie Soja, Bananen, Rind- und Geflügelfleisch und in der Fischerei nehmen südamerikanische Länder Spitzenpositionen ein.

Der Rohstoffreichtum und die Agrarorientierung werden durch den facettenreichen Außenhandel deutlich.

Eine besondere wirtschaftliche Bedeutung kommt dem 1991 geschaffenen Mercado Común del Sur (Mercosur) zu. Der regionale Zusammenschluss der vier Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguays hat zum Ziel, durch politische, soziale und insbesondere wirtschaftliche Zusammenarbeit die regionale Integration zu fördern.